Huber Fine Watches & Jewellery

Uhrenatelier

Am Zahn der Zeit

4. Februar 2019 | Wissen

Im Uhrenatelier von Huber Fine Watches & Jewellery arbeiten eine Frau und fünf Männer für die Zeit. Einst Kunst, ist ihr Mikrohandwerk heute noch faszinierend präzise Feinmechanik, die nach einem Stück Ewigkeit greift. Kürzlich wurde das Uhrenatelier komplett erneuert.

Hansjörg Roshards Stimme hebt sich leicht, wenn er erzählt. «Hier ist diese Membran, die sich mit steigender Temperatur ausdehnt…  » Der Leiter des Uhrenateliers von Huber Fine Watches & Jewellery nimmt eine Atmos aus dem Regal neben seinem Werktisch. Das Uhrwerk dieser bekannten Tischuhr läuft über eine Membran, die die Temperatur im Raum aufnimmt. So läuft sie ohne weiteres Dazutun, eine Temperaturdifferenz von 1° Celsius generiert etwa 48 Stunden Gangreserve. Vermisst die Zeit unser Dasein, verkörpert die Atmos ein bisschen Ewigkeit. Sie muss nicht bewegt oder aufgezogen werden, braucht keinen Batteriewechsel, nichts. Sie existiert und arbeitet. Und diese von Menschen gemachte Maschine tut es vor allem auch ohne uns, scheinbar ewig, eingefügt in die Natur der Zeit – in die Mondphasen, in Tag und Nacht, Sommer und Winter – zu Hause im Grossen und Ganzen.

Unsere Arbeit ist ein Präzisionsspiel mit Sekunden, Minuten und Stunden – und doch auch mehr.

Hansjörg Roshard, Leiter des Uhrenateliers
Uhrenatelier
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Uhrenatelier

Bis heute ist Hansjörg Roshard fasziniert: «Unsere Arbeit ist ein Präzisionsspiel mit Sekunden, Minuten und Stunden – und doch auch mehr.» Im neuen Uhrenatelier von Huber Fine Watches & Jewellery sitzen vier Männer bei der Arbeit. Der grosszügige Raum mit weissen Wänden und hellem Boden ist sehr reinlich und aufgeräumt. «Das ist enorm wichtig», erklärt der Uhrmacher, die Arbeit mit Kleinstteilen erfordert penible Ordnung. Und der helle Raum schont die Augen. Seine zwei Arbeitskollegen blicken hochkonzentriert durch ihre Lupen. Eric Baues hat eine Rolex aus den 1970er-Jahren in ihre Einzelteile zerlegt, die Uhrzeiger liegen auf einem kleinen Kissen. Man wartet aber vergeblich darauf, einen Uhrzeiger fallen zu hören. Hier hat alles nicht nur seinen Platz, sondern auch seine Nummer. «Caliber 2130, Rolex, Sekundenrad» – wie Tabletten verpackt liegen die Ersatzteile in flachen Schubladen, mit Pinzetten greifen die Uhrmacher nach den Kleinstteilen.

 

Gespür für die Zeit

 

Treu geblieben ist sich auch Huber Fine Watches & Jewellery. Im Haus der Marken hat man immer am Uhrmacher-Handwerk festgehalten und seinen Kunden Wartung, Reparatur, aufwändige Ersatzteil-Suche und vieles mehr angeboten – auch während der Krise der 1970er-Jahre, als das Aufkommen der Quarzuhr die Uhrmacherei in ihre bis dahin schwerste Krise stürzte.

Davon ist heute nichts mehr zu spüren. Im Gegenteil, es scheint, als ob parallel zur Virtualisierung und Digitalisierung in unserer Welt auch das Bewusstsein für Haptik und die Wertschätzung für gutes Traditionshandwerk steigt. Heute arbeiten die sechs Uhrmacher mitten in Vaduz in einem neuen, grosszügigen Atelier über dem Uhrengeschäft. Vis-à-vis liegt das Rathaus, nur wenige Schritte entfernt das bekannte Liechtensteiner Kunstmuseum und der «Weisse Würfel» mit der Kunst der Hilti Art Foundation und dem im vergangenen Jahr eröffneten neuen Huber «House of brands». Bei Interesse laden die Uhrmacher Kunden gerne auch in ihr Atelier ein. «Jeder kann uns über die Schultern schauen», sagt Roshard. Zweimal im Jahr kann man bei ihnen sogar einen kleinen Uhrmacher-Kurs besuchen und ein Gespür für diese Zeit- Maschinen entwickeln.

Uhrwerk
Das Innenleben

Handwerk hat goldenen Boden

 

Während die ersten Uhrmacher im 13. Jahrhundert Schlosser und Schmiede waren, zählte die Uhrmacherei später zu den Künsten oder zum Kunsthandwerk. Diese Künstler waren Pioniere der Feinmechanik und ersannen Dinge wie die Aufzugskrone oder emaillierte Zifferblätter. Im 17. oder 18. Jahrhundert, also noch vor der Industrialisierung, waren sie oft auch Bauern, die sich über den Winter mit dem neuen Handwerk ein Zubrot verdienten. Seither hat sich vieles verändert.

 

Im Uhrenatelier von Huber Fine Watches & Jewellery werden Uhren grosser Marken gewartet und repariert. Die zahlreiche Kundschaft, namentlich auch aus dem asiatischen Raum, schätzt gutes Handwerk, bewundert das reibungslose Funktionieren mechanischer Uhren – und liebt Rolex, Omega, Longines, Jaeger und andere grosse Marken. Hansjörg Roshard kann dem viel abgewinnen. «Grosse Marken haben oft eine lange und reiche Geschichte.» Rolex fertigt zum Beispiel ihre Uhrwerke komplett selber und bietet Kunden schon seit drei Jahrzehnten garantiert alle Ersatzteile. «Auch im Design ist sich Rolex immer treu geblieben», sagt er, «diese Authentizität muss man in der DNA haben, das kann kein Marketing.»

 

Präzise Feinmechanik

Zeit-Geschichten

 

Der Zahn der Zeit nagt auch an den Zahnrädern der Zeit – und erzählt die schönsten Geschichten. Wenn die Uhren für Service oder Reparatur hier auf den Werktischen landen, liegen sie nicht einfach in ihre Einzelteile zerlegt da, sondern erzählen oft auch ihre Geschichten. Hansjörg Roshard hatte kürzlich für eine Kundin ein Ersatzteil für eine Cartier-Tischuhr aus den 1920er-Jahren gesucht. Seit Wochen arbeitete er an der für alle besten Lösung – für die Uhr, das Budget der Kundin und für den Werkstolz des Uhrmachers. Kurz vor dem Aufgeben rief Roshard noch einen befreundeten Uhrmacher in Schweden an. «Es war ein Glücksfall», freut er sich und fügt rhetorisch an: «Wie viele Hochzeiten, Taufen, Weihnachtsfeiern, Lehrabschluss-Zeremonien oder Master-Abschlüsse diese Uhr wohl schon begleitet hat.» Und jetzt kommt diese schöne Geschichte mit dem Ersatzteil aus Schweden dazu.

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