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Huber Uhren - Visualisierungen in Holz

Visionen in Holz

12. September 2018 | Portrait

Hermann Blumer im Porträt

Spektakuläre Bauten in Holz zeugen weltweit von Hermann Blumers Ingenieurskunst. Der Appenzeller hat den Umgang mit dem nachwachsenden Werkstoff revolutioniert. Er lässt filigrane Konstruktionen in den Himmel wachsen, die vor nicht allzu langer Zeit als nicht realisierbar galten. Dem Holz sagt er eine grosse Zukunft voraus.

Huber Uhren - Visualisierungen in Holz
Huber Uhren - Aspen Art Museum

Das Centre Pompidou-Metz in Frankreich, der Nine Bridges Golfclub im südkoreanischen Yeoju oder der Neubau von TA Media in der Schweiz: Sie alle haben nach ihrer Fertigstellung für Furore gesorgt. Denn ihr Tragwerk besteht nicht wie so oft aus Beton und Stahl, sondern aus einer raffinierten Holzkonstruktion, die zu einem filigranen Ganzen geformt ist. Der Architekt, der hinter den futuristisch anmutenden Gebäuden steht, ist der Japaner Shigeru Ban. Für die Planung der Holzkonstruktionen zog er den Schweizer Bauingenieur Hermann Blumer bei, ohne den die Realisierung dieser Bauten so nicht möglich gewesen wäre. In den vergangenen Jahrzehnten hat Blumer den Holzbau mit immer neuen Entwicklungen vorangetrieben und in neue Sphären gehoben.

Huber Uhren - Shigeru Ban

Die erlösende Eingebung

Wie kaum ein anderer versteht Blumer das Wesen des Holzes und weiss, wie er die einzelnen Elemente konstruktiv so verbinden kann, dass daraus riesige Bauwerke wachsen können. Die Zusammenarbeit mit dem Architekten Shigeru Ban bei der Konstruktion des Kunstmuseums Centre Pompidou-Metz markierte für Blumer den internationalen Durchbruch und war ein Meilenstein auf seinem «Holzweg». Das Gebäude, das eine Grundfläche von über 10 000 Quadratmeter hat, wurde 2010 eröffnet. Es folgten Projekte wie der I-Park in Norwegen, ein Bürokomplex für innovative Unternehmen, der durch seinen speziell gestalteten Eingangsbereich mit fächerartig angeordneten Holzkastenelementen auffällt. Mit jedem Projekt wächst Hermann Blumers Erfahrungsschatz, der ihm als Basis dient, die Machbarkeit neuer Ideen einschätzen zu können. Zu Beginn seiner Karriere musste er sich immer wieder auf unbekanntes Terrain wagen, um ein neues Level zu erreichen. «Es kam einige Male vor, dass ich einem Architekten zusicherte, den Bau wie gewünscht umzusetzen, ohne die konkrete Lösung in diesem Moment zu kennen», erinnert sich Blumer. Dann ging er nach Hause, grübelte und arbeitete unter Hochdruck an der Entwicklung einer Idee. Über Wochen baute er Modelle, verwarf sie wieder, zeichnete und rechnete. Immer folgte an einem gewissen Punkt unvermittelt die erlösende Eingebung, und er wusste plötzlich, wie er es angehen musste.

"Hätte man mir in jungen Jahren eine Skizze des Centre Pompidou-Metz gezeigt, hätte ich es wohl selber nicht für möglich gehalten, dass man so etwas je aus Holz würde bauen können."

Hermann Blumer

Beginn einer neuen Ära

Erst die Erfindung eines neuartigen Verbindungssystems für Holztragwerke hatte den Boden geebnet für Projekte wie das Centre Pompidou-Metz. 1978 bringt Hermann Blumer nach vielen Jahren des Tüftelns das «BSB-System» (Blumer-System-Binder) auf den Markt und leitet damit eine neue Ära in der Konstruktion von Holzbauten ein. Das System ermöglicht das Überbrücken von Spannweiten von bis zu 100 Metern. Ebenso ausschlaggebend für den weiteren Verlauf seiner Projekte war der Entscheid Blumers, die Prozesse in seinem Betrieb zu automatisieren. Schon früh hatte er erkannt, dass der Einsatz von Computern den Schritt in eine neue Dimension des Holzbaus ermöglichen würde. Dank computergesteuerten Maschinen beschleunigte sich der Arbeitsprozess um Faktor 10. Dabei erreichte man eine nie gesehene Präzision, die in Handarbeit nicht möglich ist. 2003 gründete Blumer mit verschiedenen Partnern die «Création Holz» mit Sitz in Herisau. Das Kompetenzzentrum hatte zum Ziel, die besten Fachleute aus verschiedenen Disziplinen zusammenzubringen. Um eine Kerngruppe formierten sich Experten, um ganzheitliche, zukunftsweisende Lösungen zu entwickeln und den Holzbau weiter voranzubringen.

Huber Uhren - Metz Piano Pompidou

In Balance mit dem Planeten

Blumers Ziel ist es, dem Holz, das einst durch Stahl und Beton aus dem Ingenieurwesen verdrängt worden war, eine Renaissance zu ermöglichen, indem er seine Verwendung auf eine neue Stufe bringt. Denn der Holzbau sei nicht nur präziser als der Stahl- und Betonbau, sondern besteche auch durch seine ökologischen Vorzüge. «Holz als nachwachsender Rohstoff ermöglicht es uns, in ein Wirtschaftssystem hineinzukommen, in dem der Ressourcenverbrauch so abgestimmt ist, dass wir in Balance mit unserem Planeten sind und auch kommende Generationen eine Lebensgrundlage haben», sagt Hermann Blumer. Er ist überzeugt davon, dass die Entwicklung im Holzbau weiter voranschreiten wird. Sie sei noch lange nicht ausgereizt, es gebe nach wie vor viel Potenzial. Der Spezialist prognostiziert für die kommenden Jahrzehnte einen Wettlauf um das weltweit höchste Haus ganz aus Holz. Daneben werde aber auch die Kombination von Beton mit Holz immer mehr an Bedeutung gewinnen.

"Holz als nachwachsender Rohstoff ermöglicht es uns, in ein Wirtschaftssystem hineinzukommen, in dem der Ressourcenverbrauch so abgestimmt ist, dass wir in Balance mit unserem Planeten sind und auch kommende Generationen eine Lebensgrundlage haben"

Hermann Blumer

Knifflige Aufgaben reizen

Zu Blumers aktuellen Projekten zählen das Aspen Art Museum in den USA, das 2015 fertiggestellt wurde, oder die Stavanger Bank in Norwegen, die sich gerade im Bau befindet. Wie schon beim TA-Mediagebäude in Zürich wird auch dort ohne Nägel, Stahlverbinder und – wo immer möglich – ohne Schrauben gebaut. Diese neuartige Technik sorge weltweit für grosses Aufsehen, erzählt Blumer. Trotz seiner internationalen Erfolge strahlt der Bauingenieur Bescheidenheit aus. Seine Projekte seien immer ein Teamwerk, betont er, denn im Alleingang erreiche man nichts. Dass bei den realisierten Bauten in der Regel der Architekt und nicht der Holzbauingenieur im Mittelpunkt steht, stört ihn gar nicht, ganz im Gegenteil. «Ich mag den Rummel und das Rampenlicht nicht», erzählt er. «Wenn ich sehe, dass ein Architekt dank meiner Mitarbeit seine Vorstellungen verwirklichen konnte, ist dies das schönste Geschenk für mich.» Mit seinen 74 Jahren könnte sich Hermann Blumer verdient zurücklehnen und mit Stolz auf das Erreichte blicken. Doch das entspricht nicht seinem Charakter. Er schaut weiter nach vorne und verspürt noch immer den Drang, sich in den Dienst der Holzbranche zu stellen und diese stetig weiterzubringen.

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